Montag, 6. Januar 2014

Antiblonder Rassismus – eine Definition

Um ein treffendes Beispiel zu bemühen: Wie - glauben Sie, lieber Leser - empfindet ein Mensch mit schwarzer Hautfarbe, wenn er sieht, wie sich Menschen mit hellerer Hautfarbe zur Belustigung eine dunkle Creme ins Gesicht schmieren, um den dunkelhäutigen Menschen zu persiflieren? Dann in etwa können sie sich vorstellen, wie sich das Blondieren und das “selbstironische“ Sich-Dämlich-Stellen für uns Naturblonde anfühlt. Das erste Beispiel ist glücklicherweise nicht (mehr) so häufig in den Medien zu finden, das zweite hingegen ist Alltag. Beide Fälle haben eines gemeinsam: Sie sind Rassismus in Reinkultur.

Was aber ist Rassismus? Als Rassismus versteht man zunächst die Einteilung von Menschen mit verschiedenen genetischen Merkmalen in verschiedene Rassen. Die dabei konstruierten Gruppen sind subjektiver Natur und nicht deckungsgleich mit dem, was wir in der Natur vorfinden. Alle Menschen unterscheiden sich genetisch voneinander, obgleich genetische Ähnlichkeiten und Häufigkeiten sowie geographische Nähe zur Annahme von Rassen verleiten können. Aus dem subjektiven und sozialen Konstrukt Rasse folgt meist die Vorverurteilung aller Menschen mit einem oder mehreren genetischen Merkmalen. Rassismus kann also zur Herabsetzung von Menschen mit speziellen genetischen Merkmalen auf der einen Seite und damit zur Aufwertung von Menschen mit genetischen Merkmalen auf der anderen Seite führen. 

Wir sind froh, dass man sich in Deutschland über Rassismus moralisch entrüstet, und dies durch Menschenrechte gedeckt wird. Das Abwerten von Menschen aufgrund ihrer blonden Haare oder aber auch blondierten Haare hingegen scheint sich immer mehr zu einem Lifestyle zu entwickeln und erregt offenbar kein Gemüt, obwohl es sich dabei um Rassismus handelt - um antiblonden Rassismus, genauer gesagt.

Wir wollen Bewusstsein für diese Problematik schaffen, da viele blonde Menschen oftmals dazu neigen, Vorurteile und Diffamierungen einfach hinzunehmen, aus Understatement und Selbst-Ironie sogar noch zu fördern, was letztendlich auf die Gesamtheit aller Blonden wieder negativ zurückfällt. Als besonders gefährlich haben sich dabei gefärbte Blondinen erwiesen, die die Selbst-Ironie sogar zu einem Kriterium erhoben haben, und das, weil es ihnen als Quasi-Nichtblonde entweder egal ist oder aus böser Absicht.